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Münzen des Königreiches Griechenland und der Griechischen Republik, Lepta und Drachme


Mit der Eroberung Konstantinopels durch die Türken 1453 war das Oströmische Reich, Byzanz, das wesentlich durch die griechische Sprache und Kultur geprägt war, endgültig untergegangen. Das Osmanische Reich verleibte sich nun auch die griechischen Inseln und das Festland ein, übernahm 1718 die letzten venezianischen Besitzungen auf griechischem Boden.

Gut 100 Jahre später, 1821, begann der griechische Unabhängigkeitskrieg, in dessen Verlauf 1828 das so genannte Provisorische Regime ausgerufen wurde. 1832 bestieg dann Otto I aus dem Haus der bayerischen Wittelsbacher den Thron als erster König des nun souveränen Königreiches Griechenland. Hauptstadt des Landes wurde Athen.

In den Balkankriegen 1912/13 erweiterte Griechenland seine Territorien um Saloniki, Kreta und Teile Makedoniens. Im ersten Weltkrieg steht Griechenland nach anfänglicher Neutralität an der Seite der Entente-Mächte, gewinnt Südmakedonien und Südthrakien hinzu, verliert dann aber im griechisch-türkischen Krieg 1922 Smyrna, das heutige Izmir, und Ostthrakien. Nach heftigen inneren Unruhen ruft das Parlament im März 1924 die Republik aus, muss der König das Land verlassen. Die Weltwirtschaftskrise 1933 führt in Griechenland aber wieder zu einem Umschwung, nach einem Wahlsieg der royalistischen Kräfte wird das Land 1935 wieder zur Monarchie.

Während des zweiten Weltkrieges wird Griechenland 1940 von Italien angegriffen, 1941 bis 1944 von Deutschland besetzt.

Nach dem zweiten Weltkrieg brach in Griechenland der Bürgerkrieg zwischen kommunistischen und bürgerlichen Kräften aus, der 1950 mit der Niederlage der Kommunisten endete. Im Land etablierte sich nun zwar eine konstitutionelle Monarchie, deren demokratische Strukturen aber so schwach waren, dass am 21. April 1967 - vor einem erwarteten Wahlsieg der Linken - das Militär bei einem faschistischen Putsch die Macht erobern konnte.

Ein vor allem von Studenten getragener Aufstand erschüttert 1973 die Militärdiktatur, die sich auch durch die Änderung der Staatsform von der Monarchie zur Republik - der König hatte das Land bereits 1967 verlassen - nicht mehr retten kann. 1974 versucht das Militärregime, auf Zypern ebenfalls einen faschistischen Staatsstreich durchzuführen und so den Anschluss der Insel an Griechenland zu erzwingen. Der Putsch scheitert jedoch, es kommt zum militärischen Konflikt mit der Türkei, die griechische Militärjunta bricht zusammen

Am 1. Januar 1981 tritt das demokratische Griechenland der Europäischen Gemeinschaft bei.

Die griechische Währung war bis zur Einführung des Euro die Drachme (Plural Drachmai, später Drachmes), in der Zeit des Unabhängigkeitskrieges und des "Provisorischen Regimes" auch der Phönix, unterteilt in 100 Lepta (Singular Lepton). 1944 und 1955 führte Griechenland inflationsbedingt jeweils eine Währungsreform durch, 

Als weiterführende Literatur zu den modernen Münzen der  Staaten der Welt empfehle ich Gerhard Schön und Sebastian Krämer: Weltmünzkatalog 21. Jahrhundert, Günter und Gerhard Schön: Weltmünzkatalog 20. Jahrhundert sowie Günter Schön und Jean-Francois Cartier: Weltmünzkatalog 19. Jahrhundert (hier zitiert als "Schön"). Internationale Standardwerke sind außerdem der R.S. Yeoman: Modern World Coins und Chester L. Krause and Clifford Mishler: Standard Catalog of World Coins (zitiert als Krause/Mishler)

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Die Münzen Griechenlands


Provisorisches Regime (1828 - 1831)

Königreich Griechenland

Otto I (1832 - 1862)
Georg I (1863 - 1913)
Konstantin I (1920 - 1922)

Griechische Republik (1924 - 1935)


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Wieder Regenten des Königreichs Griechenland und ihre Münzen


Georg II (1935 - 1937)

Paul I (1947 - 1964)





10 Lepta, 1964 (Schön 20, Griechenland 018)

















1 Drachme, 1954 (Schön 20, Griechenland 021)