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Numismatik Deutsches Reich: Münzen
aus der Zeit der Weimarer Republik und des "Dritten Reichs" -
von 1918 bis 1945
Der erste
Weltkrieg endete 1918 mit der Niederlage des Deutschen
Kaiserreiches, mit dem Ende der Monarchie in Deutschland. Am
11. August 1918 verabschiedete die Nationalversammlung in Weimar die Verfassung
der Republik. Am 1. Januar 1933 wurde diese erste Demokratie auf deutschem
Boden mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten zerschlagen. 12
Jahre später, am 9. Mai 1945, endete die Geschichte des Deutschen Reiches
mit der bedingungslosen Kapitulation des Reiches vor den siegreichen
Alliierten.
Geprägt wurde in den Münzstätten Berlin (A), Wien (B, 1938 - 1944), München (D),
Muldenhütten (E), Stuttgart (F),
Karlsruhe (G) und Hamburg (J).
Als Literatur zu den Münzen dieser Zeit empfehle ich Günter
Schön, Gerhard Schön: Kleiner Deutscher Münzkatalog von 1871 bis heute,
(hier zitiert als "Schön") sowie Arnold,
Küthmann, Steinhilber: Großer deutscher Münzkatalog von 1800 bis heute
(hier zitiert
als "AKS").
Der Weltkrieg I, Revolutionswirren, fehlende Autorität des Gesamtstaates
zu Beginn der Republik und
schließlich die Inflation führten dazu, dass in einigen Städten als
Ersatz für fehlendes Geld für den alltäglichen Zahlungsverkehr
regionale Notmünzen ausgegeben werden mussten. Solche "Notmünzen"
gab es unter anderem in
Vom Deutschen Reich abgetrennt wurde als Ergebnis des ersten
Weltkrieges Danzig, das ab 15. November 1920
als
bis zu seinem Anschluss an das Dritte Reich am 1. September 1939 eine
eigene Währung hatte.
Abgesehen von Danzig blieben die regionalen Notmünzen aber
doch eine temporäre Erscheinung. Hier nun gesamtstaatliche Prägungen aus
der Zeit der Weimarer Republik:
- 50 Pfennig, 1921, Berlin (1919 - 1922, Schön 024)
- 3 Mark, 1922, Berlin (Schön, 025)
- 3 Mark, 1922, Berlin, Verfassungstag (1922/23, Schön, 026)
- 200 Mark, 1923, Berlin (Schön, 027)
- 500 Mark, 1923, Berlin (Schön, 028)
Am 15. November 1923 wurde mit der Währungsreform die Inflation
beendet. 1.000.000.000.000 (1 Billion) Reichsmark entsprach einer
Rentenmark, die in 100 Rentenpfennig unterteilt war.
- 1 Rentenpfennig, 1923, Stuttgart (1923 - 1924, Schön 029)
- 2 Rentenpfennig, 1923, Berlin (1923 - 1924, Schön 030)
- 5 Rentenpfennig, 1924, Muldenhütten (1923 - 1924, Schön 031)
- 10 Rentenpfennig, 1923, Berlin (1923 - 1924, Schön 032)
- 50 Rentenpfennig, 1924, Berlin (1923 - 1924, Schön 033)
Kurz vor der Währungsumstellung gab das Reichsministerium der Finanzen
auf Goldwährung basierende Mark-Prägungen aus.
- 1 Mark, 1924, Stuttgart (1924 - 1925, Schön 034)
Mit der Währungsumstellung vom 30. August 1924 ging man auf die
Benennung Reichspfennig und Reichsmark über. Rentenmark und Reichsmark
standen im Verhältnis 1:1.
- 1 Reichspfennig, 1924, Berlin (1924 - 1936, Schön 036)
- 2 Reichspfennig, 1925, Berlin (1924 - 1936, Schön 037)
- 4 Reichspfennig, 1932, Berlin (1932, Schön 038)
- 5 Reichspfennig, 1924, Berlin (1924 - 1936, Schön 039)
- 10 Reichspfennig, 1925, Berlin (1924 - 1936, Schön 040)
- 50 Reichspfennig, 1930, Berlin (1927 - 1938, Schön, 042)
- 3 Reichsmark, 1925, Muldenhütten, 1000 Jahre Rheinlande (Schön 047)
Die Zerschlagung der Weimarer Demokratie durch die
Nationalsozialisten brachte zunächst keine Änderungen im
Währungssystem. Die Münzen der Weimarer Republik blieben gültiges
Zahlungsmittel. Allerdings nutzten die Nationalsozialisten schon bald die
Münzbilder der neu ausgeprägten Sorten zur Propagierung ihrer Ideologie,
zum Beispiel durch die Umschriften, die Herausstellung bestimmter
Ereignisse und schließlich auch durch den Einsatz des Hakenkreuzes auf
den Zahlungsmitteln.
Hier nun einige Münzen aus der Zeit des Dritten Reiches:
- 2 Reichsmark, 1933, Berlin, Martin Luther (Schön 075)
- 50 Reichspfennig, 1935, Hamburg (Schön 079)
- 1 Reichsmark, 1935, Berlin (1933 - 1939, Schön 080)
- 2 RM, 1934, Berlin, Tag v. Potsdam, 21.3.1933, Garnisonskirche,
(Schön 081)
- 5 RM, 1934, Berlin, Tag v. Potsdam, 21.3.1933,
Garnisonskirche, (Schön 082)
- 5 Reichsmark, 1935, Berlin, Garnisonskirche (1934 - 1935, Schön 083)
- 5 Reichsmark, 1936, München, Hindenburg (1935 - 1936, Schön 084)
- 1 Reichspfennig, 1938, Berlin (1936 - 1940, Schön 085)
- 2 Reichspfennig, 1939, Berlin (1936 - 1940, Schön 086)
- 5 Reichspfennig, 1939, Berlin (1936 - 1939, Schön 087)
- 10 Reichspfennig, 1938, Berlin (1936 - 1939, Schön 088
- 2 Reichsmark, 1938, München (1936 - 1939, Schön 090)
- 5 Reichsmark, 1936, Berlin (1936 - 1939, Schön 091)
- 1 Reichspfennig, 1940, München (1940 - 1945, Schön 092)
- 5 Reichspfennig, 1940, Wien (1940 - 1945, Schön 093)
- 10 Reichspfennig, 1943, Berlin (1940 - 1945, Schön 094)
- 50 Reichspfennig, 1939, Berlin (1939 - 1944, Schön 095)
Während des Krieges von 1939 bis 1945 gab es eigene Münzen für
die von den Nationalsozialisten besetzten Länder sowie die jüdischen
Gettos.
Auch nach dem Zusammenbruch des Deutschen Reiches und der
Nazi-Diktatur blieb die alte
Währung zunächst gültig, wurden im geteilten Deutschland unter
alliierter Hoheit auch weiter auf Reichsmark lautende Münzen geprägt, bis
es in den Besatzungszonen zunächst zur Währungsreform, dann in
Westdeutschland zur Gründung der Bundesrepublik
Deutschland, im Osten zur
Gründung der Deutschen Demokratischen Republik kam.
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